So läuft der Race Day ab

newsbild

Wie sieht eigentlich der Race Day im Leben eines Triathlon-Profis aus?

Wann läutet bei Michi vor dem Ironman Austria der Wecker? Welche Handgriffe müssen vor dem Rennen sitzen?

Wie teilt er sich das Rennen ein? Und wie sehen die Stunden nach dem Finish aus? A day in the life of …

  • Um 3 Uhr läutet der Wecker. Beim Frühstück hat Michi ein Ritual – Cornflakes mit Milch und Banane plus ein Kaffee.

  • Danach geht es mit dem Opel vom Autohaus Eisner nach Klagenfurt, genauer gesagt in die Wechselzone.

  • Dort steht zunächst einmal der letzte Check der Diamondback-Zeitfahrmaschine am Programm. Der Reifendruck wird überprüft, die Getränke aufgefüllt und das Bike mit Energie (= Verpflegung) beladen.

  • Danach geht’s weiter zum Schwimmstart für ein letztes Warm-Up. Neben Stretching steht ein kurzes Einschwimmen an, um das richtige Wassergefühl zu haben.

  • 6:30 Uhr: „Die letzten zehn Minuten bis zum Start sind die schlimmsten“, ist auch ein Routinier wie der dreifache Ironman-Sieger nach wie vor ein kleines bisschen nervös. „Da schießt das ganze Adrenalin ein.“

  • Um 6:40 Uhr knallt die Kanone – der Startschuss. Einerseits befreiend, andererseits aber eine der härtesten Situationen. „Die Startphase ist unglaublich intensiv.“ Nach der ersten hektischen Phase heißt es: Tempo und Rhythmus finden.

  • Nach 50 Minuten sind die 3,8 Schwimm-Kilometer im Wörthersee absolviert. Ausstieg beim Seepark Hotel. „Aus dem Wasser zu steigen ist immer eine Erleichterung.“ Weiter geht’s in die Wechselzone.

  • Dort liegt in der Ruhe die Kraft. Nicht hudeln, nicht zu hastig, nichts vergessen. „Ich lasse mir lieber ein bisschen mehr Zeit, damit ich wirklich gut vorbereitet aufs Rad steige.“

  • Die ersten Rad-Kilometer sind noch nicht das große Vergnügen. „Man spürt sich noch nicht so, hat noch Wasser in den Ohren“, dauert es bei Michi immer ein bisschen, bis der Motor auf Touren kommt. Circa 15 Minuten dauert es, dann ist der rot-weiß-rote Über-Biker im Rennrhythmus. Da wird dann auch schon das erste Mal getrunken.

  • Ein Highlight ist immer der Anstieg auf den Rupertiberg – mit DJ und vielen Fans. „Da kommt Tour de France-Feeling auf“, zieht Michi den Vergleich mit dem legendären Anstieg nach Alpe d’Huez. „Zum Glück ist es nicht ganz so lang.“

  • Ansonsten liegt der Fokus am Rad auf der Umsetzung der Renntaktik. Seine Watt hat er dank SRM ständig im Blick. Ganz wichtig ist natürlich die Verpflegung.

  • Nach rund 4:20 Stunden stellt der österreichische Top-Favorit auf den Heimsieg sein Bike in der Wechselzone ab. Wieder ist weniger mehr. „Lieber ein paar Sekunden extra, dafür sind die Schuhe ordentlich zu, sind die Socken in Position.“ Was der 35-Jährige gar nicht ausstehen kann ist, wenn es nicht hundertprozentig passt. Gut möglich, dass er auch einen WC-Stopp einlegt.

  • Die abschließenden 42,195 km absolviert Michi am liebsten „in einem Stück“. Also ohne Rhythmuswechsel und Pausen, da die nur Krämpfe verursachen. Wenn es hart wird, kommt es umso mehr auf die Fans an. „Die Zuschauerunterstützung ist beim Laufen das Um und Auf. Teilweise ist es so laut, dass man sich gar nicht mehr spürt.“

  • Rund um 14:40 Uhr wird Michi dann auf die Finishline einbiegen. Vielleicht zum ersten Mal in seiner Karriere als Erster. Oder wieder als Top-3-Finisher? Die Gefühle auf den letzten Metern beschreibt er so: „Erleichterung, Befreiung, Genugtuung und Stolz.“ Wenn dann noch ‚I am from Austria‘ läuft, ist die Welt sowieso in Ordnung. „Da weiß man einfach, dass man zu Hause ist.“

  • Kurz darauf findet bereits die Flower Ceremony statt. Formel 1-Feeling – mit Bier- oder Sektdusche. „Da vergisst man die Schmerzen kurz nach dem Wettkampf für ein paar Momente.“

  • Nach dem Interview-Marathon im Zielbereich geht es weiter zur Familie und zu den Freunden.

  • Danach wird gleich die erste Regenerations-Maßnahme gesetzt – mit einem Aquilo-Eisbad. Nach einem Sommerrennen sehnt man sich am meisten nach Abkühlung. Tipp für alle Age-Grouper: schaut nach dem Rennen beim Aquilo-Stand vorbei.

  • Zum Abendessen gibt es Pizza und ein Bier. „Mehr geht nicht.“

  • Zu guter Letzt geht es noch einmal zurück zur Finishline. Die ist für Michi in Kärnten ganz speziell. Auch dank des Feuerwerks um Mitternacht. Zuvor werden die letzten Athletinnen und Athleten angefeuert und ins Ziel begleitet. „Es ist mir wichtig, dass ich der Triathlon-Community etwas zurückgebe.“

  • 22 Stunden nach dem Aufstehen geht’s ins Bett. Gute Nacht!





 >> Alle Termine anzeigen

© Michael Weiss, 2017
programmed by NYX | powered by bikeboard.at