"Michi muss sein Ding machen!"

"Michi muss sein Ding machen!"

Die letzte Nachricht von Michael Weiss aus Hawaii? „Ich bin ready!“ Von seinem Betreuerstab war in den letzten Tagen und Wochen nur Gutes zu hören.

Das letzte Wort vor den Ironman World Championships auf Hawaii hat aber der Headcoach: Mario Huys.

Im Interview spricht der „Weltmeistermacher“ über Michis Chancen, die Risiken beim Saison-Höhepunkt und das Champion-Potenzial seines Schützlings.

Mario, das Warten auf den Saison-Höhepunkt hat ein Ende, am Samstag werden in Kona wieder die Ironman World Champions gekürt. Was können wir uns von Michi erwarten?

Mario Huys: Michi hat super trainiert, die Form passt. Ich traue ihm wirklich alles zu. Mit den Top-Ten hat er ein realistisches Ziel ausgegeben. Ich sage: es stehen 20 Männer an der Startlinie, die Hawaii heuer gewinnen können – und da gehört Michi definitiv dazu.

Es heißt immer: Hawaii gewinnst du nicht beim Schwimmen, aber du kannst es gleich in der ersten Disziplin verlieren. Was ist an dieser Weisheit dran?

Huys: Da steckt schon viel Wahrheit drin. Die Profis starten zusammen in einer kleinen Gruppe. Das Tempo wird sehr hoch sein. Wichtig ist, dass du dich nicht zu früh abschießt. Die große Frage wird sein: Was passiert vorne? Ich erwarte für heuer jedenfalls einen komischen Wettkampf.

Inwiefern komisch?

Huys: Ich denke, dass es sich in diesem Jahr wieder beim Radfahren entscheidet. Die Uberbiker wie Kienle, Starykowicz und Michi werden Druck machen, um von hinten nach vorne zu kommen. Nach 90, 100 Kilometern bleiben von den 20 Favoriten vielleicht 10 über. So richtig beginnt das Rennen dann bei Kilometer 120. Ab diesem Zeitpunkt wird sich zeigen, wer am Tag X der Beste ist.

Kannst du uns ein bisschen etwas über Michis Taktik verraten?

Huys: Wir haben eine Rechnung aufgestellt, jede Disziplin für sich und in der Addition. Ein Beispiel: wenn ich überzeugt bin, dass ich 8:20 Stunden drauf habe, muss ich daran glauben. Aber ich darf nie meine Addition außer Acht lassen. Denn wenn ich overpace, also drüber gehe, wird es schwer. Denn der Rebound kommt garantiert.

Spielt die Taktik überhaupt eine Rolle?

Huys: Es hat Jahre gegeben, da hat die bessere Taktik über den Sieg entschieden. Aber grundsätzlich bist du auf Hawaii auf dich alleine gestellt und musst dein Ding machen. Frederik van Lierde ist im letzten Jahr sein eigenes Tempo gegangen, hat in keiner Disziplin etwas Besonderes gezeigt und gewonnen. Darum geht es in Kona.

Wo siehst du Michis Stärken?

Huys: Ich bin absolut überzeugt: in der Kombination Radfahren und Laufen ist er Weltmeister. An diese Stärke muss er glauben. Er kann es, er braucht keine Hilfe wie Windschatten oder andere Dinge. In Cozumel und Melbourne hat er bewiesen, dass er sein Tempo halten kann.

Wir danken für das Gespräch.






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