Mehr als eine Weltmeisterschaft

Mehr als eine Weltmeisterschaft

Das kleine Örtchen Kailua-Kona ist am Samstag, 11. Oktober zum bereits 38. Mal Nabel der Triathlon-Welt.

Einer der Hauptdarsteller im großen Showdown um die Ironman World Championships ist Michael Weiss. Der 33-Jährige ist bei seiner vierten Teilnahme der einzige Österreicher im Profifeld.

Das Ziel ist klar: "Wiki-Miki" möchte seinem hawaiianischen Spitznamen gerecht werden und erstmals die Top-Ten knacken.

Der Niederösterreicher ist bereit und gerüstet für die "Mutter aller Triathlons" (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, 42,195 km Laufen), die 1978 aus einer Wette entstand. "Es gibt so viele Faktoren, die auf Hawaii eine Rolle spielen. Aber eine Sache hat sich in all den Jahren nicht geändert: Kampf ist Trumpf! Mit Taktik hat noch keiner das Rennen gewonnen."

Weiss bereitet sich mit seinem Betreuerteam seit drei Wochen auf Big Island auf die Weltmeisterschaften vor. "Es dauert eine Woche, bis man akklimatisiert ist und vernünftig trainieren kann", erklärt der zweifache Ironman-Sieger seine frühe Anreise.

Wenn am Samstag um 6:25 Uhr Ortszeit der Startschuss fällt, kämpft Weiss nicht nur gegen die 52 besten Triathleten der Welt sondern auch gegen Mythos Hawaii. "Hier ist jeder auf sich alleine gestellt, man kann sich nicht verstecken. Gleichzeitig darf man sich auch nicht überschätzen, sonst bekommt man die Rechnung präsentiert - und das tut meistens sehr weh."

Seine bisherige Top-Platzierung beim Saison-Höhepunkt ist ein 13. Platz aus dem Jahr 2010. Heuer möchte einer der stärksten Radfahrer im Feld die Top-Ten knacken. "Wenn Michi sein Rennen macht, ist alles möglich. Das haben wir in Cozumel und auch in Melbourne gesehen", glaubt Trainer Mario Huys an eine weitere Spitzenplatzierung und erinnert an den Triumph des Belgiers Frederik van Lierde im Vorjahr. "Er ist von Anfang bis Ende sein eigenes Tempo gegangen, hat in keiner Disziplin etwas Besonderes gezeigt und ist Weltmeister geworden."

Für Huys ist sein Schützling sogar jetzt schon die Nummer 1: "In der Kombination Radfahren und Laufen ist Michi Weltmeister - an diese Stärke muss er glauben." Aber auch die letzten Schwimmtests im Pazifik waren vielversprechend. "Ein alter Spruch besagt: du gewinnst Hawaii nicht beim Schwimmen, aber du kannst es gleich in der ersten Disziplin verlieren. Aber auch hier haben wir wieder einen großen Schritt gemacht."

Eine Vorentscheidung, sind sich Weiss und Huys sicher, wird nach rund 100 Kilometern auf dem Rad fallen. "Ab diesem Zeitpunkt wird sich zeigen, wer an diesem Tag um die vorderen Plätze mitfighten kann." Die Nummer 13 im Kona Pro Ranking, der Triathlon-Weltrangliste, hat am 26. Oktober noch eine zweite WM-Chance. Bei der XTERRA-Weltmeisterschaft der Cross-Triathleten zählt der ehemalige Weltklasse-Mountainbiker zum Kreis der Medaillenkandidaten.






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