Die Wahl der "Waffen"

Die Wahl der "Waffen"

Noch einmal schlafen, dann heißt es wieder: It's race day!

Zum bereits 17. Mal findet am Sonntag der Ironman Austria statt, DAS Triathlon-Mega-Event in Österreich mit mehr als 3.000 TeilnehmerInnen aus 61 Nationen.

Michael Weiss geht als rot-weiß-roter Top-Favorit an den Start. Sein Ziel ist klar: "Ich möchte mein Heim-Rennen als erster Österreicher gewinnen!"

Wie die letzten Stunden vor dem Rennen beim Gumpoldskirchner aussehen, was er in Sachen Material in den drei Disziplinen an den Start bringt und welche Taktik der 33-Jährige wählen wird, verrät er hier.


PRE-RACE


Vier Stunden vor dem Rennen klingelt der Wecker. "Ich habe bei der Vorbereitung kein spezielles Ritual, mein Ablauf ist immer gleich, egal ob Cozumel, Melbourne oder Klagenfurt." Nach dem Frühstück geht es ziemlich früh in die Wechselzone, um das Rad einem finalen Check zu unterziehen. "Da brauche ich meine Ruhe, aber ich genieße das auch um das Feeling aufzusaugen." Weiter geht's ins Strandbad.


SWIM (3,8 km)


Nach einem kurzen Warm-Up mit Mobilisierungsübungen an Land geht es hinein in den Neo und für 10 bis 15 Minuten ins Wasser. Weiss schwört auf den blueseventy Helix, sollte ein Neo-Verbot ausgesprochen werden hat er den Swimskin PZ3TX dabei. "Es könnte ein kleiner Vorteil für mich sein, wenn mit Neo geschwommen wird, aber ich nehme es, wie es kommt."

Die Qual der Wahl hat er bei der Schwimmbrille. Drei verschiedene Modelle sind in Klagenfurt dabei, mit verspiegelten Gläsern bei Sonne und hellem Glas bei Wolken. Die Entscheidung fällt kurz vor dem Start, der für die Profis und die erste Welle um 6:45 Uhr erfolgt. "Der Startschuss ist der ‚point of no return‘!"


BIKE (180 km)


"Die Vorfreude auf das Rad fahren ist schon auf den letzten Metern im Lendkanal groß", lacht der zweifache Ironman-Sieger. Ja, der Wechsel zur Spezial-Disziplin fühlt sich wie "eine Erleichterung" an. Dementsprechend muss sich Weiss auf den ersten Kilometern immer einbremsen. "Man ist voller Adrenalin, hämmert dahin, ich bin ständig am Überholen. Aber es ist wichtig, dass ich auf der zweiten Runde den gleichen Druck aufs Pedal bekomme."

Gebremst wird der Mann auf seiner fliegenden BMC Timemachine 01 mit Atomic High Performance Drivetrain vor allem von seiner SRM-Wattmessung. "Ich möchte durchschnittlich 310 bis 320 Watt fahren." Den richtigen Rhythmus findet er auch mithilfe seiner Aerolaufräder aus dem Hause XeNTiS (Modell Mark2 TT). "Der geile Sound unter meinem Giro-Aerohelm gehört für mich zum Rhythmus und Speed dazu."

In Sachen Ernährung, die er über sein Speedfil-Hydration-System zu sich nimmt, hat Weiss einen genauen Plan. Der besagt 300 kcal (in flüssiger Form) und ein Liter Flüssigkeit pro Stunde. Zur "Jause" gibt es eine abwechslungsreiche Strecke. "Regelmäßige Seitenblicke geben Energie, das muss man auch genießen." Seine Lieblingsstelle ist der Anstieg hinauf nach Faak. "Das Spalier fühlt sich an wie Alpe d'Huez."


RUN (42,195 km)

Eine der größten Herausforderungen auf der Langdistanz ist der Wechsel vom Rad zum Laufen. Auch für Michael Weiss. "Wenn man am Rad sitzt, kann man sich nicht vorstellen, dass es so gut läuft. Aber dann fühlen sich die Beine meistens an wie neu." In Sachen Equipment mag es der Gumpoldskirchner unkompliziert: der Squadra-Einteiler ist maßgeschneidert, bei den Laufschuhen schwört er auf den ON Cloud Racer, dazu Oakley Sonnenbrille und ein Fuelbelt mit Energie-Gels.

Ähnlich dem Bike-Split muss sich der 33-Jährige auch beim Laufen zu Beginn eher bremsen. "Die Fans treiben einen an, was sehr schön ist, aber man darf sich davon nicht anstecken lassen und die Pace überziehen." Die Taktik ist klar: mit einem konstanten Tempo starten und hinten raus zulegen.

Der abschließende Marathon ist aber nicht nur körperlich sondern vor allem mental eine Herausforderung. "Am schwierigsten sind die 10 Kilometer nach dem Halbmarathon. Die tun richtig weh!" Ist diese Phase überstanden, "kann ich es mir wieder vorstellen". Auch dank der Unterstützung des Publikums. "Die Fans tragen einen auf den letzten Kilometern bis zur erlösenden Finishline." Die Weiss nach rund 8 Stunden als Erster erreichen möchte.


POST-RACE

Genießen. Genießen. Genießen. Und den Emotionen freien Lauf lassen. "Wenn man im Ziel ist, fällt der ganze Druck ab." Nach dem Rennen ist (fast) alles erlaubt. Der Niederösterreicher gönnt sich am Abend eine Pizza ("Nicht Hawaii, die schmeckt mir nicht!") bei seinem Lieblings-Italiener in Kärnten und natürlich das eine oder andere Bier. "Nach den ganzen Gels und Riegeln freut man sich auf etwas Deftiges."

Gegen 23 Uhr geht es zurück in den Iron-Dome, um die letzten Finisher anzufeuern und dem Feuerwerk beizuwohnen. "Das sind einzigartige Bilder!" Der Montag steht dann ganz im Zeichen der großen Siegerehrung mit der Award-Zeremonie und der Abschlussfeier.






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